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2026-04-18 · 3 Min. Lesezeit · TruBlue

Ein Feature beginnt mit einer Frage

Die meisten Features in Chastity Tracker stehen auf keiner Roadmap. Sie tauchen in einem Chat auf, in einem Nebensatz, und werden dann zu etwas, das vorher niemand so formuliert hatte. Die neue KG-Verwaltung ist ein gutes Beispiel dafür, wie das in der Praxis abläuft – und warum die spannendere Hälfte einer Feature-Entstehung oft nicht in der ursprünglichen Anfrage steckt, sondern in der Rückfrage darauf.

Die Anfrage

Jemand schrieb, dass es schön wäre, im Tracker zu sehen, welchen Keuschheitsgürtel er wie lange getragen hat. Mit der Möglichkeit, beim Verschluss auszuwählen, welcher KG gerade angelegt wird. Das war die ganze Anfrage – ein Satz, klare Funktion, naheliegend. Es wäre einfach gewesen, das als kleines Textfeld umzusetzen und damit weiterzuziehen.

Die Rückfrage

Stattdessen kam eine Gegenfrage. Soll das ein freies Textfeld beim Verschluss sein, in das man bei jedem Anlegen einen Namen tippt? Oder eine eigene Verwaltung mit Foto, Kaufpreis, Notizen – ein echter Bestand an Geräten, der gepflegt wird? Und, vielleicht wichtiger: wer ist überhaupt zuständig dafür? Der Keyholder, der die Anforderungen stellt? Oder der Keuschling, der das Gerät physisch besitzt?

Diese letzte Frage hat die Architektur entschieden, nicht die erste. Die Antwort war eindeutig: der Keuschling pflegt seinen eigenen Bestand. Er weiss, was im Schrank liegt, welcher KG bequem ist, welcher nach drei Tagen drückt. Daraus folgt fast alles andere – eine eigene Ressource im Datenmodell, eine eigene Ansicht, Bearbeitungsrechte beim Keuschling, Leserechte beim Keyholder. Ein Textfeld wäre billiger gewesen, aber falsch.

Die Verfeinerung

Im selben Gespräch kam dann die Erweiterung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Wenn der Keyholder ohnehin sieht, welche KGs verfügbar sind – warum dann nicht bei einer Verschluss-Anforderung gleich vorgeben, welcher davon zu tragen ist? Damit wird aus „bitte einschliessen" ein „bitte den blauen einschliessen", und der Abgleich passiert sauber im Strafbuch, falls ein anderer angelegt wurde. Diese Idee kam vom Nutzer, nicht von mir. Sie hat den Funktionsumfang verdoppelt, ohne die Komplexität spürbar zu erhöhen, weil das Datenmodell schon stand.

Was jetzt da ist

Die KG-Verwaltung ist seit dieser Version Teil des Trackers: ein eigener Bereich, in dem der Keuschling seine Geräte pflegt – mit Foto, Notizen, optionalem Kaufpreis. Tragezeiten werden pro Gerät ausgewertet. Bei Verschluss-Anforderungen kann der Keyholder einen bestimmten KG vorgeben, das Strafbuch erkennt Abweichungen automatisch. Eine kompakte Übersicht aller Funktionen findet sich auf der Features-Seite.

Mitdenken

Wenn ihr eine ähnliche Beobachtung habt – etwas, das im Alltag fehlt, etwas, das umständlich ist, oder eine Idee, die ihr noch nicht ganz formuliert habt – schreibt mir. Der Feedback-Link im Footer geht direkt an mich. Die Hälfte dessen, was im Tracker steckt, ist auf diesem Weg entstanden. Manchmal ist die wichtigste Antwort eine Rückfrage, und manchmal kommt die beste Idee erst beim Erklären.