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2026-08-09 · 9 Min. Lesezeit · Chastity Tracker Team

Keyholder-Aufgaben: Bedingungen halten statt abhaken

Was eine Aufgabe im Tracker ist

Eine Aufgabe ist ein Auftrag des Keyholders mit beliebig vielen Bedingungen und einer Frist. Die Bedingungen — bestimmte Geräte tragen, verschlossen bleiben — müssen bis zur Frist durchgehend gelten. Damit ist eine Aufgabe (englisch: Task) kein Häkchen-Todo, sondern ein überwachter Zustand über eine Zeitspanne.

Das ist der Unterschied zu fast allem, was sonst unter diesem Namen läuft. Aufgabenlisten funktionieren nach demselben Muster: Es gibt einen Auftrag, und irgendwann setzt jemand ein Häkchen. Was zwischen dem Stellen und dem Häkchen passiert ist, weiss die Liste nicht. Sie hat auch nie behauptet, es zu wissen — für Einkaufszettel und Arbeitsaufträge ist das völlig ausreichend.

Kein Todo: Der Zustand muss durchgehend gelten

In einer D/s-Dynamik reicht das oft nicht. „Trage heute Abend den Plug" ist keine Handlung, die man abschliesst, sondern ein Zustand, den man hält. Der interessante Teil der Anweisung liegt genau in der Spanne, über die das Häkchen schweigt. Wer nur den Endzustand meldet, meldet die eine Sekunde, in der er auf den Knopf drückt — nicht die zwei Stunden davor.

Anders als eine Kontrolle prüft eine Aufgabe keinen Augenblick, sondern eine Zeitspanne. Der praktische Unterschied zeigt sich am Melden. Eine Aufgabe ohne durchgehende Bedingungen lässt sich jederzeit als erledigt melden — man hat sie getan, man sagt Bescheid, fertig. Bei einer Aufgabe mit durchgehenden Bedingungen erscheint der Knopf „Als erledigt melden" erst nach Ablauf der Haltefrist. Bis dahin steht an derselben Stelle die verbleibende Zeit.

Das ist eine kleine Änderung an der Oberfläche mit einer grösseren Wirkung auf das Erleben. Man kann nicht vorab melden und die Sache abhaken. Der einzige Weg zum Knopf führt durch die Zeit hindurch, und solange man wartet, ist die Karte auf dem Dashboard eine ständige Erinnerung daran, was gerade gilt. Die Aufgabe sitzt nicht in einer Liste für später, sie läuft.

Bedingungen: Geräte tragen, verschlossen bleiben

Die Karte zeigt dabei nicht nur einen Countdown, sondern auch, was noch fehlt und was als Nächstes zu tun ist. Wer drei Bedingungen bekommt und zwei davon erfüllt hat, muss nicht rekonstruieren, welche offen ist. Das klingt banal, ist aber der Unterschied zwischen einer Anweisung, die man versteht, und einer, an der man scheitert, weil man einen Halbsatz überlesen hat.

Bedingungen greifen auf dasselbe zu, was der Tracker ohnehin erfasst: welches Gerät getragen wird und ob verschlossen ist. Wer neben dem Keuschheitsgürtel auch Trage-Kategorien wie Plug oder Halsband führt, kann sie in einer Aufgabe genauso verlangen.

Zwei Uhren: Zeit zum Anlegen und Frist

Eine Aufgabe mit durchgehenden Bedingungen wirft eine Frage auf, die ein Todo nicht kennt: Ab wann läuft „durchgehend"? Wenn eine Aufgabe um 20 Uhr gestellt wird und um 22 Uhr endet, aber erst um 21:50 Uhr angelegt wird — war sie dann erfüllt?

Der Tracker beantwortet das mit einer zweiten Uhr. Neben der Frist gibt es eine separate Zeit zum Anlegen: die Spanne, innerhalb derer die Bedingungen hergestellt sein müssen. Läuft sie ab, ohne dass angelegt wurde, gilt die Aufgabe als versäumt — unabhängig davon, wie viel Zeit bis zur Frist noch übrig wäre.

Die beiden Uhren zusammen ergeben die eigentliche Mindest-Haltezeit. „Endet in zwei Stunden" mit dreissig Minuten zum Anlegen bedeutet eineinhalb Stunden echte Mindest-Haltezeit. Wer sofort anlegt, trägt länger; wer die Anlegezeit ausreizt, trägt das Minimum. Das ist bewusst so herum gebaut: Die Trödelei geht auf Kosten der eigenen Bequemlichkeit, nicht auf Kosten der Aufgabe.

Wichtig ist deshalb die Leseregel: Die Stundenzahl in der Aufgabe ist die Frist, nicht die Tragezeit. Genau hier entstehen die Missverständnisse, wenn ein Keyholder „zwei Stunden Plug" meint und „endet in zwei Stunden" einstellt. Beide Werte werden im Formular und auf der Karte ausgewiesen, damit der Unterschied nicht im Kopf des Keyholders bleiben muss.

Die Frist selbst lässt sich auf zwei Wegen eintragen, je nachdem, wie man denkt. „Endet in" nimmt eine relative Dauer — praktisch, wenn die Aufgabe ab jetzt gilt. Hinter „Festen Zeitpunkt wählen" lässt sich stattdessen ein fester Endzeitpunkt eintragen — praktisch, wenn das Ende an etwas hängt, das sowieso feststeht, etwa an einem Termin am Abend. Der errechnete Endzeitpunkt wird in beiden Fällen angezeigt, sodass man nicht selbst rechnen muss.

Foto-Nachweis: annehmen oder ablehnen

Eine Aufgabe kann ein Foto als Nachweis verlangen. Der Keyholder sichtet es und urteilt: annehmen oder ablehnen. Ein bereits beurteilter Nachweis zeigt sein Urteil auch bei erneuter Sichtung, man muss sich also nicht merken, was man vor drei Tagen entschieden hat.

Es lohnt sich, nüchtern zu bleiben, was ein solches Foto beweist und was nicht. Es zeigt einen Moment. Es zeigt nicht die Stunde davor. Kein Foto der Welt belegt, dass eine Bedingung durchgehend galt — es belegt, dass sie zum Zeitpunkt der Aufnahme galt, und auch das nur so weit, wie das Bild lesbar ist. Wer einen punktuellen Beweis im Moment sucht, ist bei den automatischen Foto-Kontrollen richtig: Die kommen mit Code und Zufallstaktung und prüfen genau den Augenblick.

Trotzdem ist der Nachweis nicht bloss Dekoration. Er verlangt eine bewusste Handlung zu einem Zeitpunkt, den man nicht selbst gewählt hat, und er legt das Ergebnis jemand anderem vor. Die Kombination aus Frist und Nachweis erzeugt eine Verbindlichkeit, die eine Selbstauskunft allein nicht hat. Wer den Nachweis für einen Beweis hält, überschätzt ihn; wer ihn für sinnlos hält, unterschätzt, was ein Blick von aussen mit einer Absprache macht.

Dazu kommt die Nachvollziehbarkeit. Eine erfüllte Aufgabe verschwindet sofort vom Dashboard, damit dort nur steht, was gerade gilt. Darunter liegt die vollständige Liste: Erledigtes, Versäumtes, Zurückgezogenes. Antippen zeigt die ganze Aufgabe. Der Keyholder sieht dieselbe Struktur — oben die laufenden, unten die ganze Liste, mit Sichtung und Rückzug direkt an der Karte. Und jede Statusänderung landet zusätzlich im Posteingang: gestellt, geändert, zurückgezogen, erfüllt, versäumt. Wer eine Mail verpasst, kann nachlesen, was verlangt war, statt sich auf sein Gedächtnis zu verlassen.

Strafaufgabe statt Freitext

Bis jetzt war eine Strafe im Strafbuch ein Freitext. Der Keyholder schrieb hin, was er verlangte, und markierte die Strafe später von Hand als erledigt. Das funktionierte, hatte aber zwei Schwächen: Die Strafe war unverbindlich formuliert, und sie blieb offen, bis jemand daran dachte, sie zu schliessen.

Neu führt „Aufgabe als Strafe" direkt ins Aufgaben-Formular. Aufgabe und Urteil entstehen zusammen in einem Schritt, und die Strafe erbt alles, was eine Aufgabe kann: Bedingungen, Frist, Zeit zum Anlegen, auf Wunsch ein Foto. Aus „du trägst heute Abend länger" wird ein Auftrag mit einem Ende, das feststeht. Wie ein Vergehen überhaupt zu einem Urteil kommt, steht im Beitrag zum Strafbuch mit Urteilsloop; hier geht es um das, was danach passiert.

Der Rest folgt daraus fast von selbst. Eine erfüllte Strafaufgabe schliesst die Strafe von selbst — der Handgriff, den man vergessen konnte, fällt weg. Wird das Urteil geändert oder zurückgenommen, verschwindet die Strafaufgabe mit, es bleibt also keine Strafe stehen, deren Grundlage nicht mehr existiert. Und eine versäumte Strafaufgabe zeigt im Strafbuch, wofür sie stand. Das ist die eigentlich interessante Stelle: Man sieht, dass ein Vergehen aus einem früheren entstanden ist, statt es für eigenständig zu halten. Zwei Einträge, die nebeneinander stehen, erzählen etwas anderes als zwei Einträge, von denen einer auf den anderen zeigt.

Passend dazu heisst der Knopf im Strafbuch jetzt „Bestrafen" statt „Als bestraft markieren". Bestraft ist die Strafe erst, wenn sie danach als erledigt markiert wird — der Knopf verhängt, er erledigt nicht.

Wenn der KI-Keyholder Aufgaben stellt

Wer mit einem KI-Keyholder über MCP spielt, bekommt denselben Ablauf. Die KI kann Aufgaben stellen und zurückziehen, und sie kann mit einer Aufgabe bestrafen: Aufgabe und Urteil entstehen in einem Zug, bezogen auf das erkannte Vergehen. Wie jede andere schreibende Aktion verlangt das eine Begründung und landet im Aktions-Log.

Für Solo-Spieler ohne menschlichen Keyholder ist das der Punkt, an dem eine KI-Führung konkret wird. Eine Direktive, die nur im Chat steht, verschwindet mit dem Gespräch. Eine Aufgabe steht auf dem Dashboard, läuft ab und wird verbucht.

Einvernehmlich verhandeln, bevor die erste Aufgabe läuft

Aufgaben verschärfen die Dynamik, und das ist ihr Zweck. Umso wichtiger ist, dass die Rahmenbedingungen vorher besprochen sind: Welche Bedingungen sind überhaupt zulässig, wie lang darf eine Haltefrist maximal sein, was passiert bei einem Termin, der dazwischenkommt, und wie wird eine Aufgabe zurückgezogen, wenn sie sich als unrealistisch erweist.

Der Tracker macht das Zurückziehen absichtlich einfach und meldet es sichtbar. Eine Aufgabe, die man nicht mehr will, soll nicht deshalb weiterlaufen, weil ihr Abbruch peinlich wäre.

Wo die Nachweisfotos liegen

Nachweisfotos sind Bilder wie alle anderen im Tracker, und sie liegen dort, wo die Instanz läuft. Wer den Tracker als Docker-Container auf dem eigenen Server betreibt, behält sie vollständig in der eigenen Hand — die Bilderkennung läuft dabei auf Wunsch lokal, ohne dass ein Foto die eigene Infrastruktur verlässt.

Wer stattdessen eine Instanz über das Portal bekommt, sollte wissen, dass das etwas anderes ist: Das Portal ist ein kostenloser Freundschaftsdienst, die Instanz läuft isoliert, aber auf fremder Hardware. Es gibt dort keine Garantie für Verfügbarkeit oder Weiterführung und keine Haftung. Das ist kein Self-Hosting, und es sollte auch nicht so genannt werden.

Eine ehrliche Einordnung

Aufgaben ändern nichts an der Grundlage, auf der dieses Werkzeug steht. Der Tracker dokumentiert, er erzwingt nichts. Er prüft die Bedingungen gegen den Datenstand, den er kennt — gegen das, was als getragen und verschlossen erfasst ist. Wer etwas anderes erfasst, als er tut, hat die Aufgabe nicht überlistet, sondern die Absprache verlassen. Dagegen hilft keine Software.

Auch der Nachweis ist ein menschliches Urteil, keine Messung. Der Keyholder sieht ein Bild und entscheidet. Ob das Bild von heute ist, ob es zeigt, was es zeigen soll, ob es überhaupt aussagekräftig ist — das bleibt eine Einschätzung, und sie kann falsch sein.

Und wer seine Instanz selbst hostet, hat vollen Zugriff auf die Datenbank. Aufgaben, Urteile und Einträge sind Datensätze wie alle anderen, sie lassen sich löschen. Das ist kein Fehler im Entwurf, sondern die Folge davon, dass die Software dir gehört. Verbindlichkeit entsteht hier nicht aus technischer Unmöglichkeit, sondern daraus, dass zwei Erwachsene sich auf etwas geeinigt haben und beide sehen können, was gilt. Die Aufgabe macht diese Absprache präziser: Sie sagt, was gilt, ab wann, wie lange und wann es vorbei ist. Halten muss man sie trotzdem selbst.

Wer sehen will, wie Aufgaben mit Sperrzeiten, Kontrollen und dem Strafbuch zusammenspielen, findet alle Funktionen im Detail.