Anleitung für Keuschlinge
Als Keuschling (Rolle "user") dokumentierst du deinen Verschluss und arbeitest die Vorgaben deines Keyholders ab. Dieser Abschnitt führt dich durch das Erfassen von Ereignissen, die Verwaltung deiner Geräte, das Erfüllen von Kontrollen, die persönliche Statistik und die Installation der App auf dem Handy. Alle Funktionen sind so gestaltet, dass sie auch ohne aktive KI und offline nutzbar bleiben.
Verschluss und Öffnung erfassen
Über den Erfassen-Button legst du einen neuen Eintrag an: Du wählst, ob es sich um ein Verschliessen oder ein Öffnen handelt, bestätigst den Zeitstempel, wählst das getragene Gerät und kannst ein Foto sowie eine Notiz anhängen.
Nach einem Verschluss startet automatisch der Live-Trage-Timer, der die laufende Tragedauer hochzählt. Besteht eine aktive Sperrzeit, siehst du zusätzlich einen Countdown der verbleibenden Restsperrzeit. Ein Öffnen beendet die laufende Session und schreibt die Dauer in deine Statistik.
Geräte verwalten
Unter Geräte legst du deine Keuschheitsgürtel an — mit Name, Beschreibung, Foto und optionalem Kaufpreis. Du kannst mehrere Geräte parallel führen und beim Erfassen jeweils auswählen, welches getragen wird.
Für jedes Gerät führt die App automatisch eine Trage-Statistik und, sofern du einen Kaufpreis hinterlegt hast, die Kosten pro getragener Stunde. So siehst du über die Zeit, welcher Gürtel sich für dich am meisten "gelohnt" hat.
Reinigungsöffnungen
Erlaubt dein Keyholder Reinigungen, kannst du eine Reinigungsöffnung erfassen, ohne die laufende Sperrzeit zu brechen. Für Reinigungen gelten ein konfigurierbares Tageslimit, eine maximale Dauer je Öffnung und gegebenenfalls erlaubte Tageszeiten.
Die Reinigungszeit wird als Pause behandelt und von der reinen Tragedauer abgezogen, statt die Session komplett zu beenden. Während der Pause zeigt dir das Dashboard die verbleibende Zeit und einen Knopf zum Wiedereinschliessen. Sind die automatischen Kontrollen eingeschaltet, folgt nach dem Wiederverschluss selbsttätig eine Kontrolle — 15 bis 45 Minuten später, im Schlaf-Fenster schon nach 5 bis 15. Überschreitest du das Limit oder die Maximaldauer, wird das entsprechend vermerkt.
Weitere Kategorien tracken
Neben dem Keuschheitsgürtel kannst du weitere Kategorien wie Plugs über separate Trage-Sessions erfassen. Jede Kategorie läuft unabhängig mit eigenem Timer und eigener Statistik.
So bleibt dein Gürtel-Tracking sauber getrennt von anderem getragenem Spielzeug, und du behältst pro Kategorie den Überblick über Häufigkeit und Dauer.
Orgasmen erfassen
Im Orgasmus-Tracking legst du einen Eintrag mit Typ und Unter-Typ an — die beiden Dropdowns hängen voneinander ab, das zweite passt sich also der ersten Auswahl an.
Hat dir dein Keyholder ein Orgasmus-Fenster mit Pflicht-Typ gewährt, wählst du beim Erfassen den passenden Typ, um die Anforderung zu erfüllen. Die Auswahllisten kann dein Keyholder für dich anpassen.
Kontrollanforderungen erfüllen
Fordert dein Keyholder eine Kontrolle an, sollst du innerhalb der gesetzten Frist ein Foto einreichen. Verlangt sie einen Code, notierst du die fünfstellige Zahl handschriftlich und fotografierst sie mit — das belegt, dass das Foto aktuell ist und nicht aus dem Archiv stammt. Den Code darfst du auch vom Bildschirm abschreiben, etwa von der Push-Meldung auf einer Smartwatch. Ob ein Gerät überhaupt einen Code verlangt, entscheidet dein Keyholder; ohne Code genügt das Foto. Kontrollen können auch einer Trage-Kategorie wie Plug oder Halsband gelten statt dem Keuschheitsgürtel.
Ist die optionale KI aktiv, liest sie den handschriftlichen Code, erkennt die Siegelnummer und prüft, welches Gerät gezeigt wird. Wird deine Prüfung nicht bestätigt, siehst du den Grund — etwa fehlender Code, abweichend erkannte Ziffern oder falsche Siegelnummer — und kannst nachbessern. Ist die KI aus, prüft dein Keyholder das Foto von Hand.
Sperrzeiten und Vorgaben befolgen
Verschlussanforderungen deines Keyholders können eine Mindest-Tragedauer, ein Pflichtgerät und die Angabe, ob Reinigung erlaubt ist, umfassen. Eine aktive Sperrzeit zeigt dir jederzeit einen Countdown bis zum frühestmöglichen Öffnen.
Geplante Direktiven werden dir erst sichtbar, wenn sie auslösen — vorher weisst du nicht, dass sie existieren. Orgasmus-Fenster nutzt du innerhalb des vorgegebenen Zeitraums und, falls verlangt, mit dem geforderten Typ.
Eine Aufgabe erfüllen
Die Aufgaben-Karte auf dem Dashboard nennt die Bedingungen, die Frist und — als „Beginn spätestens“ — den Zeitpunkt, bis zu dem du angelegt haben musst. Stelle zuerst alle Bedingungen her; die Karte zeigt laufend, was noch fehlt und was als Nächstes zu tun ist. Verstreicht der Beginn-Zeitpunkt, ohne dass angelegt wurde, gilt die Aufgabe als versäumt.
Bei Bedingungen, die durchgehend gelten müssen, erscheint „Als erledigt melden“ erst nach Ablauf der Haltefrist; bis dahin steht an derselben Stelle die verbleibende Zeit. Verlangt die Aufgabe ein Foto, lädst du es beim Melden hoch, und dein Keyholder sichtet und beurteilt es. Erledigte, versäumte und zurückgezogene Aufgaben findest du in der Liste unterhalb der Karte.
Posteingang: Nachrichten nachlesen
Die Glocke im Kopf der App führt in deinen Posteingang und zeigt die Zahl der ungelesenen Nachrichten — ab hundert steht dort "99+". Denselben Zähler siehst du als Badge am App-Icon. Im Posteingang liegen Straftexte samt Begründung, Kommentare deines Keyholders zu Kontrollen, Nachrichten zu Anforderungen und Sperrzeiten, Mahnungen und automatische Buchungen, die dich betreffen.
Der Posteingang beantwortet, was dir gesagt wurde; die Banner auf dem Dashboard beantworten, was du jetzt tun musst — im Posteingang gibt es deshalb bewusst keinen Countdown und keine Dringlichkeit. Meldungen aus Systemtexten erscheinen in deiner Kontosprache, was dein Keyholder frei getippt hat, bleibt unverändert stehen. Am wichtigsten ist das beim Strafbuch: das sieht nur dein Keyholder, und ohne Posteingang wüsstest du nach einer verpassten Mail nicht, wofür du bestraft wurdest.
Code-Tresor und Bildersafe
Optional kannst du ein versiegeltes Foto des Schlüsselbox-Codes im Bildersafe hinterlegen. Dieses Bild bleibt für dich als Träger verborgen, bis die erlaubte Öffnung oder das Sperrende erreicht ist.
Dein Keyholder sieht das hinterlegte Bild dagegen jederzeit. So kannst du dich selbst "aussperren", ohne den Code im Kopf oder offen sichtbar zu haben — die Funktion ist opt-in und standardmässig aus.
Persönliche Statistik
Im Statistik-Bereich findest du eine Kalender-Heatmap, eine Monatsübersicht, den Fortschritt gegenüber deinen Trainingszielen und die Nutzung je Gerät. Die Heatmap zeigt auf einen Blick, an welchen Tagen du getragen hast.
Die Trainingsziel-Anzeige vergleicht deine tatsächlichen Tragestunden mit den vom Keyholder gesetzten Mindestvorgaben pro Tag, Woche oder Monat, sodass du früh erkennst, ob du im Plan liegst.
Die App aufs Handy holen
Der Tracker ist eine PWA — eine Website, die sich nach dem Installieren wie eine App verhält: eigenes Symbol auf dem Startbildschirm, Vollbild ohne Browserleiste, funktioniert offline und kann Push-Benachrichtigungen schicken. Es braucht dafür keinen App Store, kein Installationspaket und keine Freigabe durch Apple oder Google.
Auf iPhone und iPad öffnest du deine Instanz in Safari — dort ist die Installation am zuverlässigsten. Tippe auf das Teilen-Symbol, wähle „Zum Home-Bildschirm“ und bestätige. Auf Android öffnest du deine Instanz in Chrome und wählst im Menü mit den drei Punkten „App installieren“ beziehungsweise „Zum Startbildschirm hinzufügen“; oft schlägt Chrome die Installation auch von selbst über ein Banner vor. Am Rechner erscheint in Chrome und Edge ein Installationssymbol in der Adressleiste.
Achte darauf, welche Adresse du installierst: Es muss die Adresse deiner eigenen Instanz sein, also zum Beispiel deinsub.chastitytracker.ch, nicht die Marketing-Website chastitytracker.ch. Das ist der häufigste Fehler — wer die Marketing-Seite installiert, hat anschliessend die Infoseite auf dem Startbildschirm und kommt nicht an seine Daten. Deine Instanz-Adresse steht in der Einladungs- oder Registrierungs-E-Mail und ist dieselbe, unter der du dich im Browser anmeldest.
Zusätzlich zur PWA gibt es native Apps: Die iOS-App ist in Entwicklung und wird wegen der Adult-Content-Regeln nicht über den App Store verteilt, eine Testversion kann über TestFlight abgegeben werden; für Android gibt es eine APK-Datei auf Anfrage. Für den Alltag reicht die PWA. Wenn du eine der nativen Versionen möchtest, melde dich über den Feedback-Knopf in Kopf- oder Fusszeile der Website (Typ „Frage“) oder per E-Mail an info@trublue.ch — mit Angabe, ob es um iOS oder Android geht, und bei iOS mit der E-Mail-Adresse für die TestFlight-Einladung.
Konto, Sprache und Benachrichtigungen
In den Einstellungen wählst du deine Kontosprache (Deutsch oder Englisch) — sie steuert sowohl die Oberfläche als auch den Text aller Benachrichtigungen. Benachrichtigungen lassen sich pro Event-Typ ein- oder ausschalten und kommen als Web-Push in der installierten PWA an; auf iPhone und iPad funktioniert Web-Push erst, wenn die Seite über „Zum Home-Bildschirm“ installiert ist.
Für den Login kannst du neben dem Passwort einen Passkey einrichten (Face ID, Touch ID, Fingerabdruck oder Windows Hello). Passwort und E-Mail änderst du selbst im Self-Service. Die App ist offline-first und installierbar, und dein eigenes Strafbuch kannst du jederzeit einsehen.