Version 6.0.0 ist fertig und liegt auf dem Kanal :latest. Damit ist sie für alle freigegeben, die den Chastity Tracker selbst betreiben.
Das Auffälligste an v6 ist die Oberfläche, und darüber steht bereits ein eigener Beitrag: warum die Farbe jetzt den Zustand anzeigt erklärt, warum Grün „verschlossen" heisst, Rosa „offen" und Indigo den Keyholder-Bereich — und warum es den Hell/Dunkel-Schalter dafür nicht mehr gibt. Hier geht es um den Rest des Release. Es ist mehr als Farbe.
Weniger Kästen, weniger Meldungen
Bis Version 5 sass jede Information in einem eigenen Rahmen, mit Kante, Schatten und Innenabstand. Bei zwei Karten sieht das ordentlich aus. Bei zwölf sieht alles gleich wichtig aus, was dasselbe ist wie: nichts sieht wichtig aus. In v6 ordnet der Abstand, nicht die Umrandung.
Am deutlichsten trifft das die Kontroll- und Sperr-Hinweise. Sie sind keine farbigen Kästen mehr, sondern Abschnitte wie der Rest der Seite: Die Frist steht gross da, darunter der genaue Zeitpunkt und der Code zum Abschreiben, und „Jetzt erfassen" ist ein richtiger Knopf.
Dieselbe Regel gilt für den Box-Block. Er meldet sich nur noch, wenn etwas nicht stimmt; im Normalfall steht sein Zustand als eine Zeile unter der Tragezeit. Seriennummer, Firmware, Reinigungsfenster und Akkustand liegen hinter einem ⓘ. Diese Angaben waren nie falsch, sie waren nur ständig da — und Aufmerksamkeit, die täglich an einer Firmware-Version vorbeiliest, fehlt an der Stelle, an der wirklich etwas steht.
Ehrlich dazu: Der Umbau ist nicht abgeschlossen. Ein paar Ecken stehen noch im alten Zustand, das Strafbuch am deutlichsten. Sie folgen in den nächsten Punkt-Versionen.
Ein Wort pro Sache
Über die Jahre hiess dieselbe Sache an drei Stellen unterschiedlich, je nachdem, wann der Bereich entstanden war. Für den, der es gebaut hat, sind das Synonyme. Für den, der es zum ersten Mal sieht, sind es drei verschiedene Dinge.
v6 legt sich fest. „Verschlossen" meint ab jetzt nur noch dich, nicht mehr auch die Hardware — die Box hat einen Riegel. Eine Sperrzeit heisst „Gesperrt bis", weil dahinter ohnehin ein Datum steht. Aus der „Trainingsvorgabe" wird das „Trainingsziel". „EXIF" heisst Aufnahmezeit, weil genau das gemeint ist und niemand ein Dateiformat wissen muss, um ein Foto einzureichen. Und die App heisst jetzt wie das Produkt: Chastity Tracker.
Es ist die Art Änderung, die niemandem auffällt, wenn sie gelingt. Auffallen würde sie nur dem, der neu dazukommt — und der muss jetzt nicht mehr drei Wörter für eine Sache lernen.
Abschnitte, die man zuklappen kann
Ein Tipp auf die Überschrift klappt einen Abschnitt zu. Unter „Dashboard anpassen" legst du fest, welche schon zugeklappt sein sollen, wenn du die App öffnest.
Der Grund dafür ist banal und deshalb überzeugend: Kein Dashboard passt für alle. Wer keine Aufgaben führt, will den Aufgaben-Block nicht jeden Tag überspringen. Wer mehrere Kategorien parallel trägt, braucht sie weit oben. Bisher entschied die Reihenfolge im Code, was für dich wichtig ist. Jetzt entscheidest du es — und verlierst dabei nichts, denn zugeklappt ist nicht abgeschaltet. Der Block ist einen Tipp entfernt, er beansprucht nur nicht mehr jeden Tag deine erste Bildschirmhälfte.
Die Zielzeile: „noch 2h 40min" statt 43 Prozent
Trainingsziele haben bisher gezählt: so viele Stunden von so vielen, dazu ein Prozentwert. Nur ist ein Prozentwert erst dann eine Auskunft, wenn man weiss, wie viel Tag noch übrig ist. Dieselben 43 Prozent sind am Morgen gut und am Abend zu wenig.
v6 setzt deshalb eine Zeile darüber, die das Rechnen übernimmt: „geschafft", „noch 2h 40min" oder „knapp". Das Ziel selbst wird nicht anders berechnet, es wird anders gesagt — nämlich so, dass man danach entweder etwas tut oder beruhigt weiterliest. Beides ist ein Ergebnis. Eine Prozentzahl allein ist keines.
Der Verschluss kann am Riegel der Box hängen
Neu, und ausdrücklich optional: Die Keyholderin kann je Träger einschalten, dass der Verschluss am Riegel der Box hängt. Dein Eintrag ist dann nicht mehr die Feststellung, sondern der Aufruf — verschlossen bist du, sobald die Box „Riegel zu" meldet.
Das verschiebt etwas Grundsätzliches, und zwar an genau dieser einen Stelle. Der Tracker dokumentiert sonst, er misst nicht: Was eingetragen wird, gilt, und die Verbindlichkeit kommt aus der Absprache zwischen zwei Erwachsenen, nicht aus technischem Zwang. Wer den Riegel dazuschaltet, tauscht für den Verschluss diesen Grundsatz gegen eine Bedingung, über die sich nicht diskutieren lässt.
Ob das ein Gewinn ist, hängt vollständig davon ab, was zwei Leute miteinander vereinbart haben. Deshalb ist es eine Einstellung und keine Neuerung, die einfach passiert: Wer sie nicht einschaltet, merkt nichts davon, und alles bleibt, wie es war.
Reinigung und Kontrollen kennen den Wochentag
Zwei Regeln, die bisher pauschal für die ganze Woche galten, lassen sich jetzt pro Wochentag setzen. Der Grund ist derselbe wie bei der Zielzeile: Ein Alltag ist nicht an jedem Tag derselbe, und eine Regel, die auf den ungünstigsten Tag zugeschnitten ist, ist an den anderen sechs zu grob.
Reinigungsfenster gelten ab v6 je Wochentag. Eine Regel dazu ist wichtig genug, um sie zweimal zu lesen: Sobald überhaupt ein Fenster gesetzt ist, ist ein Tag ohne Fenster ein geschlossener Tag. Das ist bewusst die vorsichtige Auslegung. Wer Dienstag und Freitag ein Fenster einträgt, hat damit nicht nebenbei die übrigen fünf Tage freigegeben.
Automatische Kontrollen kennen jetzt Ruhetage sowie tagesabhängige Schlaf- und Auslöse-Fenster. Das Schlaf-Fenster muss also nicht mehr am frühesten Wecker der Woche ausgerichtet werden, nur weil dieser einmal in sieben Tagen klingelt. Wie automatische Kontrollen grundsätzlich arbeiten, steht im eigenen Beitrag dazu. Eines bleibt davon unberührt: Die Kontrolle nach einem Wiederverschluss folgt weiterhin immer, auch an einem Ruhetag. Sie hängt nicht am Tagesplan, sondern an einem Ereignis.
Sofort aufschliessen
In der Keyholder-Übersicht steht ein neuer Knopf: „Sofort aufschliessen". Er beendet die Sperrzeit, öffnet die Box und trägt die Öffnung ein — in einem Tipp, auf Wunsch mit erlaubtem Orgasmus.
Das waren vorher drei Handgriffe an drei Stellen, und der dritte, der Eintrag, wurde am ehesten vergessen. Eine spontane Freigabe hinterliess dann eine Lücke im Verlauf, die Wochen später niemand mehr zuordnen konnte. Wer entscheidet, soll nicht zusätzlich Buch führen müssen — sonst führt am Ende niemand Buch.
Wenn die Verbindung stockt
Der unauffälligste Teil des Release ist der, der im Zug auffällt. Bisher konnte ein Tipp auf „Neu erfassen" bei schlechtem Empfang ins Leere gehen: Nichts passierte, also tippte man noch einmal.
Jetzt zeigen „Neu erfassen", die Reiter unten und die Seitenleiste, dass sie laden, und melden „Verbindung stockt", wenn es länger dauert. Speichern wartet nicht mehr endlos, sondern legt den Eintrag in die Warteschlange und liefert ihn später nach — ohne Dublette, auch wenn zwischendurch doch zweimal getippt wurde. Der Unterschied ist nicht Geschwindigkeit, sondern Auskunft: Man weiss, woran man ist, und muss nicht raten, ob der Eintrag angekommen ist.
Dazu zwei kleinere Korrekturen. „Verschluss anfordern" funktioniert jetzt auch ohne hinterlegte E-Mail-Adresse; die Anforderung steht dann im Posteingang und auf dem Dashboard. Und die Schnellaktionen stehen in der Keyholder-Übersicht bei jedem Sub, auch bei dem, bei dem gerade nichts ansteht.
Wie du v6 bekommst
Wer den Tracker als Docker-Container auf dem eigenen Server betreibt, zieht das Image neu vom Kanal :latest und startet den Container neu. Es gibt nichts umzustellen und nichts zu konfigurieren. Die beiden alten Design-Schalter sind aus den Einstellungen verschwunden, sonst bleibt alles, wo es war. Die neuen Regeln — Riegel-Verschluss, Wochentag-Fenster, zugeklappte Abschnitte — greifen erst, wenn jemand sie setzt.
Wer eine Instanz über das Portal hat, bekommt v6 mit dem nächsten Update dieser Instanz; den Zeitpunkt bestimmst du dabei nicht. Dazu gehört der Hinweis, der in jedem dieser Beiträge steht und ernst gemeint ist: Das Portal ist ein Freundschaftsdienst. Die Instanz läuft isoliert, mit eigener Datenbank und eigener Subdomain, aber sie läuft auf trublues Server und nicht auf deinem. Es gibt dort keine Zusage für Verfügbarkeit, keinen Support-Anspruch, keine Haftung. Das ist kein Self-Hosting und sollte auch nicht so genannt werden. Wer die Kontrolle über seine Daten und über den Zeitpunkt seiner Updates will, betreibt den Container auf dem eigenen Server.
Kostenlos bleibt beides, und nicht-kommerziell bleibt es auch. Version 6 ändert daran nichts. Sie ändert, wie lange man hinsehen muss, um zu wissen, woran man ist — und an zwei Stellen, was überhaupt zählt.
Die vollständige Liste aller vierzehn Änderungen steht im Changelog in der App, unter Version 6.0.0. Eine Funktionsübersicht gibt es auf der Website.